Recycling & Pfand 2025: Erfolgreicher Start des neuen Pfand-Systems in Österreich

Das FOCUS-Institut hat auch in diesem Jahr wieder das Wissen und die Einstellung der ÖsterreicherInnen zu bestimmten Aspekten der Abfallwirtschaft und des Recyclings untersucht. Die Studie (n=500, repräsentativ für die webaktive Bevölkerung Österreichs nach Geschlecht, Alter und Bundesland, max. Schwankungsbreite +/- 4,4%) zeigt, dass sich der Informationsstand in der Bevölkerung hinsichtlich der „neuen“ Gelben Tonne im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert hat. Das Anfang 2025 neu eingeführte Pfand-System bzw. das Logo hierfür ist einer großen Mehrheit der Befragten bekannt.

Wie bereits 2024 wurden die Interviewten zunächst hinsichtlich ihres Wissens betreffend der „Gelben Tonne“ bzw. des „Gelben Sacks“ befragt – dieses veränderte bzw. vereinheitlichte Trennsystem von Leichtverpackungen wurde in einigen Bundesländern (Wien, NÖ, Kärnten, Salzburg und Teile von OÖ) bereits Anfang 2023 eingeführt, in den übrigen Teilen Österreichs Anfang dieses Jahres. Ziel des adaptierten Systems ist es, dass mehr Kunststoffverpackungen zum Recycling gebracht werden.

Vor diesem Hintergrund wurde erfragt, welche Abfälle nach Meinung der Befragten in die Gelbe Tonne bzw. den Gelben Sack gehören – in der nachfolgenden Graphik sind die richtig zugeordneten Abfälle grün bzw. die falsch zugeordneten Abfälle rot markiert.

Es zeigt sich, dass manche Abfälle wie Plastikflaschen oder Joghurtbecher von einer großen Mehrheit richtigerweise der Gelben Tonne zugeordnet werden; immerhin 55% der Befragten denken jedoch irrtümlicherweise, dass Gegenstände aus Kunststoff und Hartplastik in die Gelbe Tonne gehören (diese gehören ins Altstoffsammelzentrum/auf den Mistplatz), und rund die Hälfte der Befragten weiß nicht, dass z.B. Schalen/Trays (für Gemüse, Takeaway, Wurst/Käse..), Getränkekartons (Tetra-Paks) und kleine Styroporverpackungen in die Gelbe Tonne geworfen werden sollen. Die Veränderungen zum Vorjahr liegen zumeist innerhalb der Schwankungsbreite, nur Aludeckel von z.B. Joghurt und Metalldosen wurden heuer deutlich öfter richtigerweise der Gelben Tonne zugeordnet.

Weiters gaben heuer nur 49% der Befragten an, dass sie eine möglichst genaue Trennung der unterschiedlichen Stoffe (z.B. Trennung von Aludeckel und Joghurtbecher) vor der Entsorgung in der Gelben Tonne für wichtig bzw. richtig halten – im Gegensatz zu 54% im letzten Jahr. Es kann also davon ausgegangen werden, dass sich der Informationsstand hier keinesfalls verbessert hat.

Bei der Frage nach der Einschätzung ihres Wissenstands in Hinblick auf die Gelbe Tonne sind relativ konstant über Geschlecht, Alter und Bundesland zwischen 17 und 25% der Befragten der Meinung, dass sie genau Bescheid wissen, welche Stoffe in der Gelben Tonne entsorgt werden dürfen. Frauen und Befragte über 50 Jahren sind hier etwas stärker vertreten; Männer gaben häufiger an, nur einen ungefähren Überblick zu haben ohne genauere Informationen eingeholt zu haben (64% bei den Männern zu 51% bei den Frauen).

Im Vergleich zu 2024 zeigt sich ein leicht negativer Trend bezüglich der Informiertheit, die Unterschiede sind aber innerhalb der Schwankungsbreite angesiedelt.

In diesem Jahr wurden die Befragten außerdem nach der Bekanntheit und Bedeutung des neuen Pfand-Logos auf Einwegflaschen befragt. Das neue Pfandsystem auf Plastikflaschen und Getränkedosen wurde Anfang 2025 in Österreich eingeführt um die Sammelquote zu erhöhen und damit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Müllvermeidung zu gehen.

Insgesamt 77% der Befragten gaben an, die Bedeutung des Logos zu kennen, weitere 13% hatten es zumindest schon gesehen. Bei Frauen und Befragten über 50 Jahren lag der Anteil etwas über dem Durchschnitt, hinsichtlich der Bundesländer zeigten sich keine relevanten Unterschiede.

Von jenen Befragten, die meinten, die Bedeutung zu kennen, lagen 86% auch tatsächlich richtig; Frauen und WienerInnen jedoch seltener als die übrigen Befragten.

Hinsichtlich der Einstellung zu dem neuen Pfandsystem meinte knapp die Hälfte aller interviewten ÖsterreicherInnen, dass sie froh über das neue System sei. Besonders hohen Zuspruch gab es hier in der Gruppe der 15- bis 29-Jährigen. Ein weiteres Drittel steht dem neuen Pfand neutral gegenüber, insgesamt rund 18% gaben an, keinen Sinn darin zu sehen.

Diese österreichweite FOCUS-Befragung wurde im Februar/März 2025 durchgeführt (26. Februar bis 2. März 2025). Die maximale Schwankungsbreite liegt bei +/- 4,4%. Genauere Details und Unterschiede zwischen den einzelnen soziodemographischen Gruppen sind bei Bedarf verfügbar.

FOCUS – the causal data company

Download: Recycling & Pfand